Samstag, 5. Mai 2012

"Die Wildrose" von Jennifer Donnelly



Mit „Die Wildrose“ schließt Jennifer Donnelly ihre Rosentriologie ab. Schon die beiden Vorgänger „Die Teerose“ und „Die Winterrose“ habe ich begeistert verschlungen. Etwas schmunzeln ließ mich, wie diese beiden dicken Wälzer als Einstieg auf ein bis zwei Seiten zusammen gefasst wurden.

„Die Wildrose“ erzählt das Leben des jüngsten Finnegan Bruder Seamus, genannt Seamie. Seit dieser durch tragische Umstände von seiner großen Liebe Willa verlassen wurde ist er von einer nicht zu unterdrückenden Rastlosigkeit geplagt. Wie ein Vagabund streift er durch die Welt, stets auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Spätestens seit seiner Expedition zum Südpol ist er ein gefragter Forscher. Erst die Begegnung mit der Pfarrerstochter Jennie lässt in ihm die Hoffnung aufkeimen, dass es ihm doch möglich ist, für eine andere Frau Liebe zu empfinden. Gerade als er sesshaft geworden ist, lässt das Schicksal seinen und Willas Weg erneut kreuzen und sein mühsam aufgebautes Kartenhaus stürzt ein.

Nach den herausragenden Vorgängerbüchern habe ich mich sehr auf „Die Wildrose“ gefreut und ging mit hohen Erwartungen an das Buch heran. Auch dieses Mal gelingt es der Autorin schnell den Leser in das Geschehen einzubinden. Bildgewaltig lässt sie die Schauplätze des Romans aufleben und webt reale Gegebenheiten ein. So lässt sie Seamus einen Teil der ersten Südpolexpedition sein und Willa begleitet Laurence von Arabien bei seiner Mission.
Auf Grund der Epoche, in der der Roman spielt, ist natürlich auch der 1. Weltkrieg ein Thema. Leider fand ich die eingebaute Spionagegeschichte um den Deutschen Max von Brandt etwas langweilig und war froh, dass die betreffenden Kapitel nur so kurz waren. Viel lieber wollte ich von den Hauptcharakteren lesen. Dieses Mal hatte ich allerdings Schwierigkeiten, mich vollständig in die Geschichte zu vertiefen und mit den Protagonisten mitzufiebern. Auf eine Art sind sie mir alle drei sympathisch. Seamie, Willa und Jennie. Jeder betrügt den anderen auf seine eigene Art, auch wenn dies niemand aus Boshaftigkeit tut. Alle drei sind sie Opfer ihrer persönlichen Vergangenheit und innersten Gefühlen. Man kann jeden verstehen und doch wieder nicht richtig. So ist es schwierig, sich hundertprozentig mit den Charakteren zu identifizieren und ein ideales Happy-End zu finden, auf welches man hofft.

Auch die Hauptfiguren aus Teil eins und zwei haben Plätze in diesem neuen Buch gefunden. Haben sie jedoch all ihre Probleme in ihren eigenen Büchern gelöst, werden sie nun vorallem als absolute Gutmenschen gezeichnet, was für meinen Geschmack schon fast zu viel ist.

So plätschert die Story bis ungefähr zur Mitte des Romans vor sich hin – um plötzlich, als man schon nicht mehr damit rechnet, an Fahrt zu gewinnen. Die Ereignisse überschlagen sich und das Buch wird von Seite zu Seite spannender. Ist der Leser die meiste Zeit eine Nase voraus, hinsichtlich der Dinge, die als nächstes eintreffen können, entsteht gegen Ende noch die ein oder andere Verwicklung, mit der ich in dieser Form doch nicht gerechnet hatte.

Abschließend kann ich sagen, dass „Die Wildrose“ zwar nicht an ihre Vorgänger herankommt, aber dennoch eine unterhaltsame Lesezeit bietet. Auch das Cover passt perfekt zum Titel und schließt an die beiden anderen Bände an. Bedauerlicherweise unterscheiden sich die drei Buchrücken in ihrem Layout und in ihrer Farbe von einander, so dass sie nicht unbedingt als Serie zu erkennen sind, wenn man die Bücher im Regal betrachtet.

Kommentare:

  1. Liebe Dani,
    ich habe die ersten beiden Teile gelesen und war total begeistert. Ist der letzte Teil ein gebundenes Buch?
    LG Petra

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  2. Hallo Petra :-),
    das ist zum Glück ein Taschenbuch!
    Viele Grüße zurück :-)

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