Samstag, 24. November 2012

"Die Verratenen" von Ursula Poznanski


Ursula Poznanski lässt sich nicht in Schubladen stecken. Nach zwei Jugendthrillern sowie einem Thriller für Erwachsene veröffentlicht sie nun mit „Die Verratenen“ den ersten Teil einer Dystopie.

Zum Inhalt
Die Gesellschaft hat sich zweigeteilt. Der privilegierte, überwiegend künstlich gezüchtete Teil lebt behütet in Glaskuppeln, sogenannten Spähren. Die Menschen haben ihre Eigenständigkeit verloren und leben nach den strengen Vorgaben des Systems. Ernährung, medizinische Versorgung etc. alles wird exakt angepasst um das höchstmögliche Wohlbefinden zu erreichen.
Auch von ihren Studenten fordert die Regierung hohe Leistungen und ehrt die Besten in einer Rangliste.
Die Menschen sind mit ihrem Leben zufrieden und halten all diese Maßnahmen für angebracht und ihrem Schutz dienend. Bis zu dem verhängnisvollen Tag, als die Elitestudentin Ria ein Gespräch belauscht, in dem sie und 5 ihrer Kommilitonen als Verräter beschuldigt und zum Tode verurteilt werden.
Nur knapp können sie fliehen, aber in der Außenwelt sind sie nicht nur den Gefahren durch ihre Verfolger ausgesetzt, sondern auch dem blanken Hass der armen Bevölkerung.



Die Story von „Die Verratenen“ ist auf eine Triologie angelegt. In dieser Tatsache begründet sich eventuell der etwas schleppende Einstieg. Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten in die Geschichte einzufinden. Die Namen klangen ungewohnt und erinnerten etwas an das Mittelalter. Das Leben der Spärenbewohner folgt strengen Regeln, ist aber auch nicht wirklich interessant. Und so kam es, dass ich das Buch am Anfang mehrmals nach ein paar Seiten auf die Seite legte. Doch plötzlich, nach den ersten 80 Seiten war es da – das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. Ursula Poznanski läuft zu ihren gewohnten Hochtouren auf und versetzt den Leser in eine atemlose Spannung so dass es schwer fällt, die geeignete Stelle für eine Leseunterbrechung zu finden.
Obwohl die Autorin auch in diesem Buch auf das von ihr bereits mehrfach beschriebene Katz- und Mausspiel zurückgreift kommt keineswegs Langeweile auf. Viel eher findet man sich selbst in einer Ratesituation wieder. Wer mag der Verräter in der Gruppe sein? Wem kann man vertrauen und wer ist der Feind. Der Leser ist der Hauptfigur Ria mit keinerlei Informationen voraus, was ich als sehr positiv werte. Denn so fällt es leicht, sich in Rias Situation hineinzuversetzten und gemeinsam mit ihr achtet man auf jedes Detail um den Maulwurf zu enttarnen.
Die Autorin bedient sich zwar den bereits in etlichen Romanen gelesenen Klischees einer Zukunftsvision, verzichtet allerdings auf eine Liebesromanze. Die Story ist einzig auf das Überleben und den Zusammenhalt der Gruppe zentriert.
Wie bereits am Anfang befürchtet ist auch am Ende des Buches kein Licht ins Dunkle gebracht, das Ende ist offen und ich kann es schon jetzt kaum abwarten den zweiten Teil zu lesen.


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