Samstag, 3. November 2012

"Pandemonium" von Lauren Oliver - Teil 2 der Amor-Triologie






 „Pandemonium“ setzt nahtlos dort an, wo „Delirium“ aufhörte. Für das Verständnis der Geschichte ist die Kenntnis des ersten Teils in jedem Falle ratsam.

Lenas Welt ist zusammengebrochen. Ihr ganzes Leben war geprägt vom Glauben an das System und sie konnte es kaum erwarten volljährig und von der Krankheit Liebe geheilt zu werden. Nun hat sich all dies als große Lüge entpuppt, selbst der Tod ihrer Mutter wurde ihr nur vorgegaukelt.
Nun ist Lena auf der anderen Seite der Mauer – in der Wildnis. Nur leider ohne ihren geliebten Alex, der bei der Flucht festgenommen wurde.
Lena kann sich nur schwer in ihrer neuen Umgebung mit ihren harten Lebensbedingungen zurecht finden. Sie ist erfüllt von Wut und Hass und so kehrt sie als Widerstandskämpferin in ihre alte Welt zurück. Ein wahres Feuerwerk an Ereignissen nimmt seinen Lauf.


Da ich beide Bände in direktem Anschluss verschlungen habe, habe ich mich fast schon in den Amor-Triologie-Rausch gelesen.
„Pandemonium“ ist untergliedert in zwei Zeitebenen. Abwechselnd spielt die Geschichte im jetzt und im damals. Während sich das aktuelle Geschehen mit Lenas Rückkehr als Widerstandskämpferin befasst schildern die Kapitel von damals ihre Zeit unmittelbar nach ihrer Flucht und ihrer Ankunft in der Wildnis.
Ich muss gestehen, dass mich die Kapitel über das damals nicht wirklich mitreißen konnten. Zu ausschweifend war der Erzählstil welcher auch für die Geschichte Nebensächliches bis ins Detail schilderte. Dazu kam, dass mir sämtliche Charaktere dort unsympathisch waren, allen voran Raven, bzw. wurden andere dermaßen blass beschrieben, dass ich überhaupt keine Verbindung zu ihnen aufbauen konnte.

Ganz anders ging es mir mit den Kapiteln aus der Gegenwart. Hier hatte der Roman die selbe Suchtwirkung auf mich wie „Delirium“ und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen, so fesselnd und bildhaft beschreibt Lauren Oliver die Ereignisse. Neben Lena ist mit Julian, der Sohn eines wichtigen Politikers im Kampf um ein deliriafreies Ameria, ein weiterer sympathischer Protagonist hinzugekommen. Die beiden geraten in die Hände von Entführern und schon bald sind die scheinbar unüberbrückbaren Grenzen und Einstellungen gar nicht mehr so gravierend.

Wie sollte es auch anders sein – auch „Pandemonium“ endet mit einem gewaltigen Cliffhanger. Der Gedanke, erst in ca. einem Jahr zu wissen, wie es weitergeht könnte einem fast schlaflose Nächte bescheren. Auch wenn man mit dem Ende ein wenig spekuliert hat ist dennoch alles offen und ich kann mir noch nicht vorstellen, wie diese Geschichte enden wird geschweige denn welches Ende ich mir wünsche.

Zwischendurch erinnert mich diese Dystopie ein wenig an die „Tribute von Panem“. Ich kann die Serie deswegen jedem empfehlen, der auf der Suche nach adäquatem Ersatz ist.

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